Interview zum Thema Social Commerce
Kennen Sie gute Beispiele für erfolgreiche Online-Shops in Facebook?
Fahrrad.de ist ein sehr gutes Beispiel für die professionelle Nutzung von Facebook im Bereich Social-Commerce. Der Online-Händler hat verstanden, wie ein Shopping-Angebot auf Facebook aussehen sollte. Die Fans werden auf dem Profil regelmäßig über Neuerungen im Produktsortiment und über Rabatt-Aktionen informiert. Interessenten können sich für den Fahrrad.de Newsletter anmelden und wer möchte, kann seine Freunde dazu einladen, ebenfalls Fan der Seite zu werden. Zusätzlich zum Shopping-Angebot erhalten die Kunden auch viele Informationen rund um den Fahrradsport. Der Fahrradhändler zeigt zudem, dass er sich des Werts der Kunden-Interaktion und allgemein des Social-Networkings auf Facebook bewusst ist: Jeder Fan von Fahrrad.de wird für die Bereitschaft, seine Interessen der Facebook-Community zu präsentieren, belohnt. Neue Fans erhalten einen zehn Euro Gutschein und diejenigen Kunden, die über den Facebook-Shop bei Fahrrad.de einkaufen, erhalten zudem einen Rabatt von zehn Prozent auf ihren Einkauf. Es lohnt sich für Kunden also auf Facebook Fan von Fahrrad.de zu werden. Der Facebook-Auftritt von Fahrrad.de dient aber nicht nur dem reinen Abverkauf. So nutzt der Online-Händler seine Präsenz auch, um neue Mitarbeiter zu werben. Vorbildlich ist zudem der Umgang des Unternehmens mit seinen Fans hinsichtlich des Datenschutzes. Jeder Kunde wird vor Betreten des Shops sehr deutlich und verständlich darauf hingewiesen, dass für bestimmte Anwendungen innerhalb des Facebook-Shops auf persönliche Daten des Kunden-Profils zurückgegriffen wird. So tappen Kunden nicht im Dunkeln und können selbst entscheiden, ob sie bereit sind, ihre Daten über Facebook zu vermitteln.
Bietet sich ein solcher Shop in Facebook für alle Produkte an?
Jeder Shop-Betreiber sollte sich im Vorhinein sehr gut darüber informieren, ob seine Zielgruppe auch über Facebook erreichbar ist. Die meisten Community-Mitglieder von Facebook nutzen das Netzwerk für private Zwecke. Mit Freunden in Kontakt bleiben, Bekannte wiedersehen, Fotos austauschen – im Prinzip geht es in der Facebook-Community um den Austausch von Informationen rund um das eigene Leben und das von Freunden und Bekannten.
Für die Vermarktung eignen sich besonders Lifestyle- und Trendprodukte, über die sich die Facebook-Nutzer rege austauschen können. Das heißt aber nicht, dass es keine guten Beispiele aus dem B2B-Umfeld gibt. SAP nutzt seine Facebook Präsenz unter anderem erfolgreich für Recruiting-Zwecke. Hier befindet sich das Unternehmen in einem Grenzbereich zwischen privater- und beruflicher Kommunikation. Fest steht jedoch: Wer gar nichts unternimmt, vergibt eventuell Chancen. Unternehmen, die mit dem Gedanken spielen, sich im Bereich des Facebook-Marketings eine Präsenz aufzubauen, sollten sich außerdem von einer professionellen Agentur beraten lassen.
Wie kann ein Shopbetreiber seine Besucher motivieren, Bewertungen abzugeben oder anderweitig tätig zu werden?
Im Social-Web gilt: der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Online-Händler haben die Möglichkeit, über ganz unterschiedliche Aktionen Aufmerksamkeit auf Ihre Shopping-Angebote bei Facebook zu lenken. Unternehmen sollten die vielfältigen Chancen, die ihnen Facebook bietet, nutzen. Der „Like-Button“ bietet sich beispielsweise für Vermarktungsaktionen besonders an. Einige Händler bieten Rabatte für die meisten „Like“-Klicks oder belohnen eine Produktbewertung mit Rabatten. Diese Rabatt-Aktionen sind einfach umzusetzen und bedeuten auch für den Fan keinen großen Aufwand. Aber auch Gewinnspiele sind immer noch ein beliebtes Vermarktungsinstrument und werden häufig genutzt, um zu Beginn eine breite Fanbasis für die Facebook-Seite zu generieren. Unter dem Motto „Werde unser Facebook Fan und gewinne Produkt XY“ gibt es immer wieder Gewinnspiel-Aktionen von Unternehmen, die bei Facebook einsteigen. Wichtig ist es, immer aktiv zu bleiben. Schläft eine Facebook-Seite ein, wird sie für die Fans schnell uninteressant.

